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Ich glaube, dass der allmächtige Gott viel grösser ist, als unser kleiner Verstand es je wahr haben kann. Wie könnten wir uns vormachen, dass wir den der uns geschaffen hat verstehen, geschweige denn was ihn treibt, was er will? |
| Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete. (Lukas Evangelium 5,16) |
Strophen zu einer Entrückung hoher BeschauungIch trat ein, wußte nicht wo,und blieb unwissend, alles Wissen übersteigend. Ich wußte nicht, wo ich eintrat, aber als ich mich dort sah, unwissend, wo ich mich befand, begriff ich große Dinge; ich werde nicht sagen, was ich empfand, da ich unwissend blieb, alles Wissen übersteigend. Vom Frieden und von der Frömmigkeit war es vollkommenes Wissen, in tiefer Einsamkeit, in Einsicht des rechten Weges, war es eine so geheimnisvolle Sache, daß ich stammelnd verharrte, alles Wissen übersteigend. Ich war so hingerissen, so versunken und entfremdet, daß meine Sinne jede sinnliche Wahrnehmung verloren, und der Geist sich beschenkt fand mit einem nichtverstehenden Verstehen, alles Wissen übersteigend. Wer wahrhaft dorthin gelangt, wird an sich selber irre, alles, was er früher wußte, scheint ihm recht gering, und sein Wissen mehrt sich derart, daß er unwissend bleibt, alles Wissen übersteigend. Je höher man steigt, umso weniger verstand man, daß es die dunkle Wolke ist, die die Nacht erhellte; deshalb bleibt, wer sie erfuhr, unwissend, alles Wissen übersteigend. Dieses nichtwissende Wissen ist von so hoher Mächtigkeit, daß die Weisen mit ihrem Folgern es nie meistern können, denn ihr Wissen reicht nicht hin, nichtverstehend zu verstehen, alles Wissen übersteigend. Und von so großer Erhabenheit ist dieses höchste Wissen, daß es weder Fähigkeit noch Wissen gibt, die es umfassen könnten; wer sich selber zu besiegen wüßte durch ein nichtwissendes Wissen, der wird sich immer übersteigen. Und wenn ihr es hören wollt: Diese höchste Wissenschaft besteht in einem erhabenen Empfinden für die göttliche Wesenheit; es ist Werk ihrer Barmherzigkeit, daß man nichtverstehend ausharrt, alles Wissen übersteigend. (Johannes vom Kreuz) |
| Hütet euch, dass niemand euch in die Irre leite mit den Worten 'Sieh hier!' oder 'Sieh da!'. Der Menschensohn ist vielmehr in eurem Inneren. Folgt ihm nach! Wer ihn sucht, wird ihn finden. (Evangelium nach Maria, 3,3) |
| Die Dinge, die zur Wirklichheit im Raum Gottes gehören, kann nur sehen, wer so wie sie geworden ist. Beim Menschen in der Welt ist das nicht so. Er kann die Sonne sehen, ohne die Sonne zu sein. Und er kann den Himmel, die Erde und alles andere sehen, ohne so zu sein. Anders ist es bei der Spähre der Wirklichkeit Gottes, der Wahrheit. Wenn man etwas von dieser Wirklichkeit sieht, wird man ein Teil davon. Man sieht den Geist und wird Geist. Man sieht Christus und wird Christus. Man sieht den Vater und wird der Vater. In dieser sichtbaren Welt sieht man daher alle Dinge ausser sicht selbst. In der unsichtbaren Welt, am Ort Gottes, dagegen sieht man sich selbst. Denn was man sieht, wird man. (Evangelium des Philippus 44) |
| Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und es den Unmündigen geoffenbart hast. (Lukas 10,21) |
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