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Gott - Religion als Weg - Gott - Eine mystische Betrachtung über Religionen und dem Weg hin zu Gott

Religionen - Gemeinsames anstelle von Trennendem

Christentum:
Alles, was Ihr wollt, dass euch die Menschen tun,
das tut auch Ihr ihnen ebenso.
Jesus nach Mt 7,12; Lk 6,31
 
Judentum:
Tue nicht anderen,
was du nicht willst, dass sie dir tun.
Rabbi Hillel, Sabbat 31°
 
Islam:
Keiner von euch ist ein Gläubiger,
solange er nicht seinem Bruder wünscht,
was er sich selber wünscht.
40 Hadithe (Sprüche Mohammads) von an-Nawawi 13
 
Chinesische Religion:
Was du selbst nicht wünschst,
das tu auch nicht anderen Menschen an.
Konfuzius, Gespräche 15,23
 
Buddhismus:
Ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist,
soll es auch nicht für ihn sein,
und ein Zustand, der nicht angenehm oder erfreulich für mich ist,
wie kann ich ihn einem anderen zumuten?
Samyutta Nikaya V,353.35-354.2
 
Hinduismus:
Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen,
die für einen selbst unangenehm ist,
das ist das Wesen der Moral.
Mahabharata XIII,114.8
 
Jainismus:
Gleichgültig gegenüber weltlichen Dingen sollte der Mensch wandeln
und alle Geschöpfe in der Welt behandeln, wie er selbst behandelt sein möchte.
Sutrakritanga I.11.33

Das Unaussprechliche auszusprechen

Ich beschäftigte mich mit vielen Religionen, doch je mehr ich in all diese Religionen hineinsah, umso klarer wurde mir, dass jeder Versuch Gott in eine Religion zu pressen, zwangsläufig Gott auf etwas Verständliches reduziert, es spricht das Unaussprechliche aus, es macht ein Bildnis des Unsichtbaren und gibt Erklärungen für das Unverständliche.
 
Sokrates sagte so treffend, dass es nur ein Wissen gibt, nämlich das Wissen, nichts zu wissen. Dies im religiösen Kontext mehr als sonst irgendwo. Denn während viele sogenannt exakte Wissenschaften doch zu einem gewissen Teil 'bewiesen' werden können, wird der Glaube an das Unsichtbare, Unaussprechliche, das Göttliche, immer Glaube bleiben, es kann weder bewiesen noch wiederlegt werden, so ist nunmal die Natur des Glaubens und nur wer dies anderkennt, ist zu wahren, illusionsfreien Glauben in der Lage und nur dieser wird das Göttliche in seiner wahren Grösse erkennen oder eben nicht erkennen, erfühlen.
 
Wie erbärmlich ist doch die Vorstellung, dass Gott ein greis wirkendes Männlein sei, das aus purer Langeweile in ein paar Tagen eine Welt hinklotzt, eine Frau aus einem Rippenknochen schnitzt um sein Experiment Mensch dann mittels Sintflut wieder einzustampfen und wieder neu aufzubauen? Kann Gott so ein Dilletant sein, dass er seine eigene Schöpfung nicht unter Kontrolle hat?
 
So ist jeder Versuch, Gott zu verstehen, dem Göttlichen einen Namen zu geben oder ihm Regeln unterzuschieben zwangsläufig eine Reduktion seiner wahren Grösse, jeder Versuch ihn zu beschreiben muss allein schon seiner unendlichen Grösse wegen zum scheitern verurteilt sein. Wie kann ein Mensch sich anmassen, zu behaupten, er wisse wer Gott ist, was Gott will, weshalb wir sind?
 
Deshalb betrachte ich Religionen als ein Versuch, das in Worte zu fassen, was nicht zu erklären ist, einen Weg aufzuzeigen, wie man sich Gott annähern kann, ihn erleben und seinen Willen befolgen kann. Doch es bleibt immer nur ein Schatten dessen, was Unbeschreiblich ist.
 
Welchen Weg jemand geht, welche Religion er als Richtungsweiser verwendet, ist meines Erachtens zweitrangig, der Eine versteht diese Sprache, der Andere empfängt Gott auf eine andere Weise. Wichtig ist, dass man sucht, dass man versucht zu empfinden..... oder wie es der mystische Weg aufzeigt, Gott in sich zu finden.
 
Du hast Glauben?
Habe ihn für dich selbst vor Gott!

(Röm 14,22)